Geschichte

Vor 150 Jahren hat es begonnen, mit einem Gottesdienst nur für Kinder und ein paar Steinen am Strand. Die Geschichte vom Bibellesebund ist die Geschichte von einfachen Menschen mit einem grossen Anliegen: Kinder für Gott und die Bibel zu begeistern!  Hier erfahren Sie, wie aus einem kleinen Anfang eine internationale Bewegung wurde, die auch Jahre später noch dieselben Ziele verfolgt.

Gründung des Internationalen Bibellesebundes

Es passierte im Frühsommer 1867, dass ein Büroangestellter aus London namens Josiah Spiers einen Gottesdienst erlebte, der die Gründung des weltweiten Bibellesebundes anstoßen würde. Payson Hammond, ein Evangelist aus den USA, hielt in London einen Gottesdienst nur für Kinder. Auch wenn Spiers mit der großen Emotionalität des Evangelisten nichts anfangen konnte, beeindruckte ihn die lockere Atmpsphäre, die begeistert gesungenen Lieder und die Tatsache, dass das Evangelium hier auf eine Art verkündet wurde, die Kinder wirklich verstanden. Bei einem Gesprächsangebot nach dem Gottesdienst entschieden sich einige Kinder für ein Leben mit Jesus. All das war für die damalige Zeit sehr neu: Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Kinder keinen Platz in den christlichen Gemeinden und viele zweifelten daran, dass Kinder in der Lage seien, eine eigenständige Entscheidung für Jesus zu treffen. Schon am 2. Juni leitete Spiers in einem Londoner Wohnhaus selber einen lebhaften Gottesdienst dieser Art.

 

Im folgenden Jahr war Spiers im Sommerurlaub in Llandudno, einem Badeort im Norden von Wales. Als er am 26. August am Strand stand und beobachtete, wie die Eltern der Ober- und Mittelschicht ihren Urlaub genossen, während die Kinder beim Spielen im Sand eher gelangweilt wirkten, gab Gott ihm eine folgenreiche Idee: Er rief „Wer hilft mir, etwas zu schreiben?“, und schrieb „GOD IS LOVE“ in den Sand („Gott ist Liebe“). Als er fertig war, rief ein Kind: „Und was sollen wir jetzt machen?“ Damit hatte er nicht gerechnet und fragte zurück: „Soll ich Euch eine Geschichte erzählen?“ So  begann er, eine Geschichte aus der Bibel zu erzählen und noch eine und noch eine und noch eine, vor inzwischen 50 Kindern. Zu einem Strandgottesdienst an einem der nächsten Tage kamen bereits 300 Kinder. So wurde ein Arbeitszweig geboren, der heute nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Australien und seit 1970 in Deutschland (früher: Frohe Zeit für Kinder, heute: kibi-Ferientreff) ein wichtiger Bereich der Bibellesebundarbeit ist.


1868 wurde der internationale Bibellesebund formal gegründet, zunächst unter dem Namen „Children's Special Service Mission“, kurz CSSM, erst später setzte sich dann der internationale Name „Scripture Union“ durch.

 

Annie Marston war ein Mädchen im Teenageralter und lebte in Keswick im Norden Englands. Sie hatte versucht, die anderen Mädchen ihrer Sonntagsschulklasse zu ermutigen, auch wochentags in der Bibel zu lesen, aber ohne großen Erfolg. Da schenkte Gott ihr die Idee, wöchentlich einen Plan mit Bibelstellen zusammenzustellen, die die anderen Mädchen bis zum nächsten Sonntag lesen konnten, am Sonntag tauschten sie sich dann über das Gelesene aus. Diese Idee war so erfolgreich, dass selbst jene Mädchen Annie um solche Pläne baten, die in der folgenden Zeit aus Keswick wegzogen. So schrieb Annie an T. B. Bishop, den Generalsekretär der CSSM und bat ihn, Bibellesepläne zu vertreiben. Er lehnte ab, doch Annie gab nicht auf und schrieb ihm kontinuierlich Bittbriefe, bis sich Bishop zur Erkenntnis durchrang, dass Annies Vorschlag vielleicht doch Gottes Reden sein könnte. Er schrieb Annie, dass er nicht glaube, dass die Idee angenommen werde, er sie aber trotzdem bei der nächsten Gremiensitzung vorschlagen werde, Annie könne ja dafür beten. Das tat Annie auch – und ihr Vorschlag wurde angenommen. Bibellesepläne und Bibellese-Zeitschriften wurden von 1879 an zu einem Markenzeichen des internationalen Bibellesebundes. Auf Annie Marston geht auch die Bibellesebundmethode zurück, die bis heute in allen unseren Bibellese-Zeitschriften empfohlen wird.

 

 

 

 

 

Bald dehnte sich die Arbeit auf andere Länder aus. Ein neues Bedürfnis entstand: Wie konnte man diese neu gewonnenen, jungen Christen in ihrem geistlichen Wachstum fördern? Aus diesem Grund wurde 1879 durch Tom B. Bishop, einen Mitarbeiter von Josiah Spiers, „The Scripture Union“, der Bibellesebund gegründet. Anhand seines Leseplanes und den erklärenden Anmerkungen leitete er seine Leser im täglichen Bibellesen an. Diese Art des fortlaufenden und systematischen Bibellesens mithilfe eines Leseplanes bewährte sich. 
Bereits zehn Jahre später, 1889, wurden die Bibellesepläne in 28 Sprachen herausgegeben und von einer halben Million Menschen gelesen.
Nach 1900 verlangsamte sich die Arbeit. Die Aufklärung und die liberale Theologie hatten Auswirkungen. Erst durch John Laird (England) und den Schweizer Armin Hoppler konnte das Werk 1945 wieder stabilisiert werden. Erste internationale Strukturen wurden erarbeitet. Heute ist der Bibellesebund in allen fünf Erdteilen tätig. In ca. 60 Sprachen erscheinen Bibellese-Zeitschriften des Bibellesebundes.

 

Bibellesebund Deutschland

Zwei Schweizer erkannten nach dem Krieg die große Not im zerstörten Deutschland. Ernst Aebi (Generalsekretär) und Armin Hoppler (Präsident des Deutsch-Schweizer Komitees) legten durch tatkräftige Hilfe den Grundstein. Sie bereisten das Land und setzten ein Zeichen der Hoffnung und Versöhnung, indem sie regelmäßig 14.000 Exemplare der Bibellese-Zeitschrift „Bibellesebund“ sowie viele Tausend Bibeln nach Deutschland sandten. Durch Kleiderspenden halfen Sie die materielle Not zu lindern.

Nur drei Jahre später wurde Paul Schmidt erster vollzeitlicher Mitarbeiter, und der Bibellesebund in Deutschland bezog seine erste Geschäftsstelle im oberbergischen Waldbröl. Bald darauf wurde die Bibellese-Zeitschrift in Deutschland gedruckt und weitere vollzeitliche Mitarbeiter begannen den Dienst. Wie zu Beginn der Arbeit hat die Arbeit unter Kindern einen besonderen Stellenwert. 1970 entstand durch Else Diehl der kibi-Ferientreff (damals: „Frohe Zeit für Kinder“) an der Nordsee.

Heute hat der Bibellesebund in Deutschland rund 40 Mitarbeiter, die sich für den Auftrag des Werkes einsetzen und in den ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen des Werkes sich dafür einsetzen, dass Menschen für die Bibel begeistert werden. Im Beich Mitarbeiter können Sie das Team kennen lernen.