Tagesseminar mit Ralf Mühe

In schwerer Zeit Begleiter sein

Seelsorge angesichts von Krankheit, Leid und Tod

Der Ausgangspunkt: eine bedrückende Realität

Sie sind unvermittelt herausgefordert. Die verheerende Diagnose oder ein Unfall haben eine Ihnen nahestehende Person getroffen und das Leben radikal verändert. Nichts mehr wird so sein, wie es war. Wie kann hilfreiche und ehrliche Begleitung aussehen?

1. Den Schock verkraften: Die Reaktionen sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Lassen Sie sich nicht irritieren. Uns allen gemeinsam sind jedoch Ängste und Sorgen. Hier gilt es, als Begleiter behutsam zu sein. Wie handeln wir angemessen und welche Fehler sollten wir möglichst vermeiden?

2. Umgang mit Krankheit und Leid: Ein Blick in die Geschichte stellt die eigene Befindlichkeit in einen größeren Zusammenhang. Hadern mit Gott, Wut und innere Rebellion gehören zum Spektrum menschlicher Verhaltensweisen. Auch Christen sind davon nicht ausgenommen. Sich und den anderen darin zu bejahen, hat eine geistliche Dimension.

3. Krankheit und Unfall als Zäsur: Oft mögen Betroffene die veränderte Realität nicht wahrhaben. Der Versuch von „Weiter so wie bisher!“ verdrängt die neu entstandene Situation. Die Krankheit oder der Unfall stehen nicht als isolierte Ereignisse im Raum. Nehmen Sie die Veränderungen bewusst an. Die Wellen des Schocks verlieren ihre zerstörende Kraft, wenn es uns gelingt, daraus auch etwas Positives abzuleiten. Inwiefern können wir mit Aussagen den Nächsten aufrichten oder aber verstören?

4. Hilfen geben und annehmen: Erkennen Sie Ihre Fähigkeiten und akzeptieren Sie Begrenzungen. Wie können Sie Hilfe leisten oder von anderen annehmen? Wir haben Hilfe durch Menschen erfahren, die uns dafür sensibilisiert, ebenfalls auf die Not von Betroffenen zu reagieren. Die Herausforderungen haben zudem mein Gebetsleben verändert.

5. Das Elend verdichtet sich: Die fortschreitende Erkrankung bringt die betroffene Person auf die Zielgerade. Worin wird sie erkennbar und wie können wir darauf reagieren? Da wir die Zeitspanne nicht kennen, birgt sie Gefahren für uns selbst. Wir werden ohne böse Absicht möglicherweise Fehlentscheidungen treffen. Auch für uns selbst.

6. Der Tod klopft an: Es gibt einige „letzte Dinge“, denen wir eine gewisse Qualität geben können. Mitunter wird diese Phase des nahenden Endes überraschend zu einer erfüllten Zeit. Die kranke Person verändert sich. Was hilft, sich darauf einzustellen? Vor dem Finale können Sie noch einmal besonders beschenkt und auch herausgefordert sein.

7. „Exitus“ und Neuausrichtung: Der Tod hat eine beklemmende Endgültigkeit. Welche Bedeutung hat das Moment der Erleichterung bei den Hinterbliebenen? Eigene Erfahrungen mit dem Tod meiner Ehefrau und der Zeit danach.

10.09.2022

Informationen

Datum:10.09.2022
Uhrzeit:09:30 - 16:30 Uhr
Ort:Bibellesebund-Zentrum, Lockenfeld 2, 51709 Marienheide
Kosten:
Präsenz-Seminar40,00 €
Hinweis:Präsenz-Seminar inkl. Mittagessen, Getränken und Seminarunterlagen

Referent

Ralf Mühe war über Jahrzehnte Referent beim Bibellesebund. Im Jahr 2016 starb seine Frau nach schwerer Krankheit. Ein halbes Jahr nach seinem Eintritt in den Ruhestand erkrankte er selbst lebensbedrohlich.

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Andrea Pfeifer
Verwaltung Tagungsbereich

E-Mail: tagungsbereich@bibellesebund.de

Telefon: 02261 54958-11 (Mo.–Do. von 9.00–15.00 Uhr)

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