Abschied vom Freizeitzentrum

Ein Rückblick auf 43 Jahre

Mit dem Ende des Jahres 2017 ist auch die Ära des Freizeitzentrums zu Ende. 

Es begann im Sommer 1974: Während der Fußball-WM fand unter Leitung von Ursula Schulze die erste Kinderfreizeit im gerade zuvor fertig umgebauten Freizeitzentrum statt. Kurt Schulze, der zusammen mit seiner Frau Marlies das Haus bis 1985 leitete, erzählt mir, wie gerne er an die Zeit zurückdenkt und wie besonders es ist, dass er sich bei all den unterschiedlichen Gruppen, die ins Haus kamen, an keinen einzige negative Erfahrung mit einer Gruppe erinnern kann.

Neben Freizeiten von eigenen Gruppen und fremden Gruppen wurde das Haus auch bald für verschiedene große Tagesveranstaltungen des Bibellesebundes genutzt. Bei Bibellesebundtagen,  Bibellesebund-Kindertagen und Bibellesebund-Jugendtagen (siehe das Foto vom Jugendtag 1977 mit Diethelm Strauch) erlebten viele Menschen eine einzigartige Gemeinschaft und hörten wichtige Impulse aus Gottes Wort. Aus Platzmangel wurde schon damals ein rundes Missionszelt vor dem Freizeitzentrum dazu aufgestellt.

Aus dem Kindertag wurden später die Bibel-Action-Tage, die bis 2017 im Freizeitzentrum stattfanden und zu denen an einem Wochenende bis zu 800 Kinder kamen (die dann ein noch größeres Zelt brauchten). In diesem Jahr führen wir die Bibel-Action-Tage erstmals in der Gesamtschule Marienheide durch (am 28. Und 29. April).

Auch Hans und Bärbel Stöckmann, die das Haus von 1985 bis 2003 leiteten, erinnern sich an eine gesegnete Zeit: „Vom ersten bis zum letzten Tag wussten wir: Das ist unser Platz, an den Gott uns geführt hat.“ Für Klaus-Peter Klammroth, der die Leitung des Hauses 2003 übernahm, stechen besonders zwei Erfahrungen heraus: Zum einen wie viele Gäste ohne christlichen Hintergrund die besondere Atmosphäre lobten, zum anderen, wie schön für ihn ein Stück Einheit der Christen sichtbar wurde: „Mich hat bewegt, wie bei aller Unterschiedlichkeit der Gruppen, die ins Freizeitzentrum kamen, die Bibel der gemeinsame Nenner ist“.

Für den Bibellesebund war das Haus bis zum Schluss ein wichtiger Treffpunkt. Hier fanden nicht nur viele Mitarbeitertage, Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen statt – auch für internationale Schulungen für neue Mitarbeiter aus vielen Ländern und für Treffen des internationalen Leitungsteams wurde das Freizeitzentrum oft und gerne genutzt.

Dass das Freizeitzentrum nicht mehr von uns weiterbetrieben werden kann, hat mehrere Gründe: Durch Brandschutzauflagen wurde die Bettenzahl so stark reduziert, dass eine kostendeckende Bewirtschaftung des Hauses unmöglich ist. Weil das Haus in einem Naturschutzgebiet liegt, ist ein weiterer Ausbau nicht erlaubt. Eine Nutzungsänderung für das Gebäude war aus demselben Grunde ebenfalls nicht zu bekommen. Die angegriffene Bausubstanz der Immobilie würde jedoch in absehbarer Zeit hohe Kosten verursachen, für die uns unter diesen eingeschränkten Rahmenbedingungen die Ressourcen fehlen. So ist leider keine durchtragende Zukunftsperspektive für das Freizeitzentrum erkennbar.

Gleichzeitig freuen wir uns, dass wir mit dem Tagungsbereich in unserer neuen Zentrale den Verlust des Freizeitzentrums zumindest teilweise kompensieren können. Auch sind wir sehr dankbar, dass wir für das Freizeitzentrum einen christlichen Käufer gefunden haben und sich auch in Zukunft Menschen aller Altersgruppen in diesem Haus mit Gottes Wort beschäftigen werden. Ein Zusammenschluss von russlanddeutschen Gemeinden aus dem Sauerland wird das Haus als Selbstversorgerhaus betreiben und für verschiedene Veranstaltungen und Freizeiten der angeschlossenen Gemeinden nutzen.

Gott hat uns mit dem Freizeitzentrum viel geschenkt und viel ermöglicht. Auch in Zukunft werden wir uns mit großer Dankbarkeit ans Freizeitzentrum und seine Segensgeschichte erinnern.

Benjamin Carstens, Referent für Öffentlichkeitsarbeit